Lebensversicherung abschließen

Lebensversicherung – Kapitalbildung und Risikoabsicherung

Die Lebensversicherung gehört in Deutschland zu den populärsten Vorsorgeprodukten. Von den Versicherern werden mit der Kapitallebensversicherung, der Risikolebensversicherung und der fondgebundenen Lebensversicherung verschiedene Formen angeboten, die sich hinsichtlich der strategischen Ausrichtung unterscheiden. Während die Kapitallebensversicherung und die fondgebundene Lebensversicherung vorrangig dem Vermögensaufbau dienen, erfüllt die Risikolebensversicherung eine Funktion als Hinterbliebenenschutz bei einem Ableben des Versicherungsnehmers.

Kapitallebensversicherung – langfristig orientiertes Sparprodukt

Die Kapitallebensversicherung ist die klassische Form der Lebensversicherung. Sie erfüllt eine Doppelfunktion und dient einerseits als langfristig ausgelegtes Sparprodukt und andererseits als Risikoschutz für die Hinterbliebenen, falls der Versicherungsnehmer vor dem Ende der Laufzeit verstirbt. Versicherte zahlen in der Regel für einen Zeitraum von 10-25 Jahren Beiträge ein, die jährlich verzinst werden. Am Ende der Vertragslaufzeit werden die eingezahlten Prämien, die Zinsen und die Überschussbeteiligung im Rahmen einer Einmalzahlung an den Versicherten ausgezahlt. Die Höhe des Zinssatzes wird jährlich neu festgelegt. In der gegenwärtigen Niedrigzinsphase liegt der Garantiezins für die Lebensversicherung gerade noch bei 1,25 Prozent. Die Zinsen für Lebensversicherungen befinden sich seit Jahren im Sinkflug. Auf dem aktuellen Zinsniveau lohnt sich die Investition in das Sparprodukt kaum noch, zumal die Beiträge in den ersten Jahren vorrangig zur Deckung der Abschlussgebühren und Provisionen verwendet werden. Die erwirtschafteten Überschüsse werden der Gesamtsumme hinzugerechnet und erhöhen den Auszahlbetrag.

Kapitallebensversicherung als Risikovorsorge

Neben der Funktion als Sparanlage dient die Kapitallebensversicherung als Risikovorsorge für den Fall, dass der Versicherungsnehmer frühzeitig zu Tode kommt. In diesem Fall hat der Begünstigte Anspruch auf die Auszahlung der Versicherungssumme. Den Begünstigten legt der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss fest. Spätere Änderungen müssen schriftlich erfolgen. Ein Telefonanruf oder eine E-Mail reichen nicht aus. Diese Schutzfunktion der Lebensversicherung deckt das finanzielle Risiko für die Hinterbliebenen ab. Die Beiträge für die Lebensversicherung setzen sich generell aus drei Teilen zusammen. Der größte Anteil entfällt auf den Sparbetrag, der zum Vermögensaufbau dient. Ein deutlich geringerer Anteil entfällt auf die Risikovorsorge. Der dritte Teil wird für Verwaltungskosten und Gebühren verwendet. Diese Kosten werden in den ersten Jahren der Laufzeit einbehalten.

Risikolebensversicherung – Absicherung für die Hinterbliebenen

Im Gegensatz zu einer Kapitallebensversicherung geht es bei der Risikolebensversicherung nicht um den Vermögensaufbau, sondern um eine finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen, falls der Versicherungsnehmer stirbt. Im Todesfall zahlt die Versicherung an die Begünstigten die vereinbarte Versicherungssumme in voller Höhe aus. Die Beitragshöhe richtet sich nach dem individuellen Risiko und der Höhe der Versicherungssumme. Versicherungsnehmer mit risikobehafteten Hobbys wie Fallschirmspringen oder Rennauto fahren werden stärker zur Kasse gebeten. Gleiches gilt für Personengruppen mit Vorerkrankungen und für Raucher. Ein entsprechender Fragebogen muss wahrheitsgemäß ausgefüllt werden, da die Versicherung ansonsten die Leistung verweigern kann. Je früher die Risikolebensversicherung abgeschlossen wird, desto niedriger sind die Beiträge.

Fondsgebundene Lebensversicherung

Die fondsgebundene Lebensversicherung besitzt wie die Kapitallebensversicherung eine Doppelfunktion als Sparanlage und Risikoschutz. Der Unterschied liegt in der Verwendung der Beiträge. Bei dieser Lebensversicherung wird ein Teil der eingezahlten Prämie am Aktienmarkt investiert und in Fonds angelegt. Einen Garantiezins gibt es bei diesen Produkten in der Regel nicht. Die Renditechancen sind deutlich höher, als bei der Kapitallebensversicherung, allerdings steigt durch die Form der Anlage auch das Risiko für den Versicherten. Insbesondere, wenn der Auszahlzeitpunkt mit stark sinkenden Börsenkursen zusammenfällt, können Einbußen die Folge sein. Für die Hinterbliebenen herrscht jedoch Sicherheit, da im Todesfall ein feststehender Betrag an die Angehörigen ausgezahlt wird. Falls bis zu diesem Zeitpunkt ein Überschuss erwirtschaftet wurde, kommt auch dieser Anteil zur Auszahlung.

ARAG Versicherungen

Die ARAG ist das größte deutsche Versicherungsunternehmen, das sich komplett in Familienbesitz befindet. Die Allgemeine Rechtsschutz-Versicherungs-AG wurde im Jahr 1935 gegründet und betreut rund 6 Millionen Versicherungspolicen. Die ARAG gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Rechtsschutzversicherungen und deckt mit ihren Angeboten das gesamte Spektrum an Versicherungen für den privaten und gewerblichen Bereich ab.

Geschäftsfelder der ARAG

Die ARAG operiert als internationaler Anbieter von Versicherungen auf verschiedenen Geschäftsfeldern. Kernstück des Versicherungskonzerns ist die Rechtsschutzversicherung, die in zwölf europäischen Ländern und in den USA angeboten wird. Folgende Versicherungsgesellschaften sind unter dem Dach der ARAG vereinigt:

  • ARAG SE
  • ARAG Allgemeine Versicherungs-AG
  • ARAG Krankenversicherungs-AG
  • ARAG Lebensversicherungs-AG

Jede Sparte deckt einen bestimmten Teilbereich im privaten und gewerblichen Bereich ab. Firmensitz des Unternehmens ist die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf. Führungsgesellschaft ist die ARAG SE, die das internationale Geschäft mit Rechtsschutzversicherungen leitet.

ARAG Allgemeine Krankenversicherungs-AG

Unter dem Dach der ARAG Allgemeine Krankenversicherungs-AG werden die Gesundheitsversicherungen des Unternehmens zusammengefasst. Zum Portofolio gehören die private Krankenvollversicherung, die Pflege-Pflichtversicherung, die Auslandskrankenversicherung sowie diverse private Krankenzusatzversicherungen. Letztere werden vornehmlich von gesetzlich Versicherten in Anspruch genommen, die sich mit diesen Policen gegen bestimmte gesundheitliche Risiken absichern.

ARAG Lebensversicherungs-AG

Die ARAG Lebensversicherungs-AG bietet vornehmlich Altersvorsorgeprodukte wie die private Rentenversicherung, die Sterbegeldversicherung und verschiedene Formen der staatlich geförderten Riester-Rente an. Wer als Selbstständiger eine private Altersvorsorge abschließen will, kann auf die Rürup-Rente der ARAG zurückgreifen. Das staatlich geförderte Vorsorgemodell garantiert eine lebenslange Rente und ist in der Ansparzeit weitestgehend pfändungs- und insolvenzsicher. Darüber hinaus gehören Kapitallebensversicherungen und Risikolebensversicherungen zum Portfolio. Abgerundet wird das Angebot durch die Berufsunfähigkeitsversicherung und verschiedene Produkte zur betrieblichen Altersvorsorge.

ARAG Allgemeine Versicherungs-AG

Die ARAG Allgemeine Versicherungs-AG deckt das gesamte Spektrum an Versicherungsschutz ab, das von den anderen Teilbereichen nicht bedient wird. Im privaten Bereich gehören unter anderem die private Haftpflicht-, die Hausrat- und die Unfallversicherung zum Spektrum. Zu den gewerblichen Versicherungen zählen die Gewerbehaftpflicht, die Geschäftsversicherung und die gewerbliche Rechtsschutzversicherung. Komplettiert wird das Angebot durch verschiedene Schutzbriefe wie den Unfall-Schutzbrief und den Haus- und Wohnungsschutzbrief. Mehrfach wurden verschiedene Versicherungen der ARAG in der Vergangenheit mit dem TÜV-Siegel „Sehr gut“ ausgezeichnet.

http://www.arag.de/

Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsfragen

Die Lebensversicherung erfüllt eine wichtige Funktion zur finanziellen Absicherung der Hinterbliebenen, wenn der Versicherungsnehmer stirbt. Unterschieden wird zwischen der Risikolebensversicherung und der Kapitallebensversicherung. Während eine Kapitallebensversicherung bis zu einer bestimmten Höhe ohne Gesundheitsfragen abgeschlossen werden kann, gibt es diese Option bei der Risikolebensversicherung seit dem Jahr 2010 nicht mehr.

Lebensversicherung ohne Gesundheitsfragen

Unterschiede zwischen Kapital- und Risikolebensversicherung

Die Risikolebensversicherung ist eine reine Todesfallversicherung. Das bedeutet, dass bei einem Ableben des Versicherungsnehmers die vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen ausgezahlt wird. Die Kapitallebensversicherung besitzt hingegen eine feste Laufzeit. Verstirbt der Versicherungsnehmer während der Vertragslaufzeit, erhält der Begünstigte die Versicherungssumme ausgezahlt. Im Erlebensfall wird das Kapital an den Versicherungsnehmer ausgezahlt. Auf die Kapitallebensversicherung wird während der gesamten Laufzeit ein Garantiezins gezahlt, der in der jüngeren Vergangenheit wegen der Niedrigzinspolitik der EZB kontinuierlich abgesenkt wurde und aktuell bei nur noch 1,25 Prozent liegt. Als Anlage- und Altersvorsorgeprodukt ist die Kapitallebensversicherung aus diesem Grund nicht mehr geeignet.

Risikolebensversicherung nicht mehr ohne Gesundheitsfragen

Seit im Jahr 2010 der letzte Anbieter von Risikolebensversicherungen ohne Gesundheitsfragen das Neukundengeschäft eingestellt hat, müssen Sie vor dem Abschluss dieser Lebensversicherung einen Fragebogen ausfüllen. Dabei müssen Fragen zu Vorerkrankungen und zu den Lebensgewohnheiten beantwortet werden. Antragsteller mit einer chronischen Erkrankung, schwerwiegenden Erkrankungen in der Vergangenheit und Raucher müssen höhere Versicherungsprämien zahlen, als Personen ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Risiken. Die Versicherungsunternehmen kalkulieren die Beiträge anhand des vorhandenen Sterberisikos. Damit die Tarife verbraucherfreundlich gestaltet werden können, sind Kenntnisse der Risikofaktoren unbedingt erforderlich. Bis zu einer Versicherungssumme in Höhe von 250.000 Euro begnügen sich die Versicherungsunternehmen mit einem wahrheitsgemäß ausgefüllten Fragebogen. Wird ein höherer Versicherungsschutz gewünscht, wird eine ärztliche Untersuchung mit einem entsprechenden Bericht erforderlich.

Kapitallebensversicherung ohne Gesundheitsfragen

Eine Alternative zur finanziellen Absicherung von Familienangehörigen bildet die Kapitallebensversicherung. Zwar taugt das Produkt nicht mehr unbedingt als eine Säule der Altersvorsorge, doch als Hinterbliebenenschutz erfüllt es nach wie vor seinen Zweck. Zahlreiche Anbieter haben diese Lebensversicherung ohne Gesundheitsfragen im Portfolio. Allerdings sind die Prämien deutlich höher als bei der Risikolebensversicherung. Häufig gibt es bei der Kapitallebensversicherung eine Obergrenze bei der Versicherungssumme, die bei vielen Versicherern bei 50.000 Euro liegt. Wahlweise kann eine dynamische Beitragsentwicklung vereinbart werden, wenn der Versicherungsnehmer eine Anpassung an die allgemeine Kostenentwicklung wünscht. Zusätzlich zum Garantiezins wird im Erlebensfall eine Überschussbeteiligung ausgezahlt, die eine Erhöhung der Auszahlsumme zur Folge hat. Wie hoch die Überschussbeteiligung am Ende der Vertragslaufzeit sein wird, können die Versicherer nicht exakt angeben, da diese Bonuszahlung stark von der Zinsentwicklung an den internationalen Finanzmärkten abhängt.