Zahnzusatzversicherung

Zahnzusatzversicherung – sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung

Gesunde und gepflegte Zähne sind Ihre persönliche Visitenkarte. Ein gepflegtes Zahnbild besitzt eine positive Wirkung auf das Umfeld und ist die Grundlage für ein positives Lebensgefühl. Im Laufe eines Lebens ist es unvermeidlich, dass Behandlungen an den Zähnen erforderlich sind. Während eine oberflächliche Karies leicht mit einer Füllung behandelt werden kann, sind bei einer Erkrankung der Zahnwurzel tief greifendere Maßnahmen erforderlich. Die gesetzlichen Krankenversicherungen haben in den zurückliegenden Jahren die Leistungen für die Zahnbehandlung kontinuierlich zurückgefahren. Eine Zahnzusatzversicherung ist aus diesem Grund eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Versicherungsschutz.

Zahnzusatzversicherung

Zahnzusatzversicherung für gesetzlich Versicherte

Die Zahnzusatzversicherung ist eine Form der Krankenversicherung, mit deren Hilfe sich gesetzlich Versicherte gegen die Kosten für Zahnbehandlungen absichern. Welche Leistungen von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden, ist in den Vorschriften zur Regelversorgung beschrieben. Grundlage für die Übernahme von Behandlungskosten bildet der zahnärztliche Befund. Handelt es sich um eine Füllung, werden von der Krankenkasse beispielsweise nur die Kosten für eine Amalgamfüllung, nicht aber für ein Inlay oder für eine Keramikfüllung übernommen. Gleiches gilt unter anderem für eine professionelle Zahnreinigung. An dieser Leistung beteiligen sich die meisten Kassen lediglich mit einem Sockelbetrag. Die Zahnzusatzversicherung fängt diese Kosten auf und erstattet den Patienten den vollen Betrag für die Behandlung.

Leistungen der Zahnzusatzversicherung

Zahlreiche Zahnbehandlungen sind überaus kostspielig und können das Budget von gesetzlich versicherten Personen stark strapazieren. Muss ein Zahn beispielsweise durch ein Implantat ersetzt werden, können Kosten von mehreren Tausend Euro entstehen. Die Zahnzusatzversicherung kommt für diese Kosten vollumfänglich auf und ersetzt darüber hinaus die Kosten für Wurzelbehandlungen, das Überkronen von Zähnen und für eine professionelle Zahnreinigung. Zusätzlich übernimmt diese Versicherung komplett oder anteilig die Kosten für Zahnersatz und für Maßnahmen, die vom Kiefernorthopäden ergriffen werden. Allein das Anfertigen und Einsetzen einer Brücke verschlingt in der Regel einen vierstelligen Betrag. Am kostspieligsten ist das Einsetzen eines Zahnimplantats. Für diesen Eingriff kommt die gesetzliche Krankenversicherung nicht auf und bei einer fehlenden Zahnzusatzversicherung tragen die Patienten diesen Kostenblock allein.

Versicherungsprämien und Wartezeiten

Die Höhe der Versicherungsprämie für eine Zahnzusatzversicherung richtet sich nach dem Alter des Antragstellers und dem Zustand des Zahnbildes. Zwar zahlen Versicherungsnehmer in jungen Jahren geringere Beiträge, allerdings werden Leistungen bis zu einem Alter von 40 Jahren nur selten in Anspruch genommen. Ab diesem Alter sollten gesetzlich Versicherte ernsthaft über den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung nachdenken, wobei der Zustand der Zähne berücksichtigt werden muss. Bei jeder Versicherung müssen Wartezeiten beachtet werden, bevor Leistungen in Anspruch genommen werden können. Diese liegen bei den meisten Anbietern zwischen drei und acht Monaten. Darüber hinaus werden die Kosten für Zahnbehandlungen in den ersten 3-5 Jahren nur bis zu einer bestimmten Obergrenze übernommen, die von Versicherer zu Versicherer variiert. Eine komplette Gebisssanierung ist in diesem Zeitraum nicht möglich. Für Zahnzusatzversicherungen mit einem umfangreichen Anfangsschutz werden höhere Beiträge fällig.

Gesundheitsprüfung vor dem Vertragsabschluss

Bevor ein Versicherer einen Antrag auf eine Zahnzusatzversicherung bewilligt, wird mehrheitlich eine Gesundheitsüberprüfung verlangt. Zu diesem Zweck müssen die Antragsteller einen Fragebogen ausfüllen. Zahnprobleme dürfen in diesem Formular keinesfalls verheimlicht oder bagatellisiert werden. Bewusste Falschaussagen zum Zustand der Zähne können zu einer fristlosen Kündigung des Versicherungsvertrages durch den Anbieter führen. Wurden bereits Leistungen in Anspruch genommen, kann der Versicherer die Kosten zurückfordern. Hat der Anbieter Zweifel am Wahrheitsgehalt der Angaben, kann er Erkundigungen bei Zahnarzt einholen und sich über den Zustand der Zähne informieren. In Einzelfällen kann es zu einer Ablehnung des Antrags auf eine Zahnzusatzversicherung durch den Anbieter kommen. Dies ist der Fall, wenn kurzfristig anstehende Behandlungskosten den üblichen Rahmen sprengen.

Gesetzliche Krankenversicherung

In Deutschland besteht für alle Bürger eine gesetzlich verankerte Pflicht, eine Krankenversicherung abzuschließen. Unterschieden wird zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung. Während für einen Wechsel in die PKV bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen, sind die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, jeden Bürger aufzunehmen. Die GKV beruht auf dem Prinzip der Solidargemeinschaft. In der Praxis bedeutet das, dass jeder Versicherte Anspruch auf sämtliche Leistungen hat, unabhängig vom Alter, von der Beitragshöhe und vom Einkommen. Im Gegensatz zur privaten Krankenversicherung können Familienangehörige bei den gesetzlichen Kassen kostenlos mitversichert werden.

Wer kann der gesetzlichen Krankenversicherung beitreten?

Eine gesetzliche Krankenversicherung müssen alle sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer abschließen, deren Jahreseinkommen unterhalb der Bemessungsgrenze von 56.250 Euro brutto liegt. Ehepartner oder Lebensgefährten mit geringem oder keinem eigenen Einkommen sowie Kinder können kostenfrei mitversichert werden. In diesem Punkt unterscheidet sich die GKV von der privaten Krankenversicherung, wo diese Option nicht zur Verfügung steht. Im Rahmen dieser Familienversicherung genießen alle mitversicherten Personen vollständigen Versicherungsschutz. Für Kinder gilt diese Regelung maximal bis zum 25. Lebensjahr, sofern sich der Nachwuchs bis zu diesem Zeitpunkt in der Ausbildung befindet. Selbstständige und Freiberufler können freiwillig der gesetzlichen Krankenversicherung beitreten oder sich für die PKV entscheiden. Die gesetzlichen Krankenkassen erwarten von ihren Mitgliedern eine gesundheitsbewusste Lebensführung und eine aktive Mitwirkung an der Behandlung von Krankheiten.

Leistungen der GKV

Im Gegensatz zu den privaten Krankenkassen sind die Leistungen bei der GKV weitestgehend gesetzlich geregelt. Der Staat legt unter anderem die Regelleistungen fest, die für alle Anbieter verbindlich sind. Der Fokus liegt dabei auf Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit. Explizit wird im Sozialgesetzbuch darauf hingewiesen, dass die Leistungen ausreichend sein müssen und das erforderliche Maß an Notwendigkeit nicht überschreiten sollen. Neben den Regelleistungen kann  jede gesetzliche Krankenkasse individuelle Zusatzleistungen anbieten, die alle Versicherungsnehmer in Anspruch nehmen können. Das können beispielsweise die Kostenübernahme für Heilbehandlungen und Homöopathie, Zuschüsse zur professionellen Zahnreinigung oder die anteilige Kostenerstattung für Sehhilfen wie Kontaktlinsen sein. Nicht im Leistungskatalog enthalten sind privatärztliche Behandlungen und es besteht in keinem Tarif ein Anspruch auf eine Chefarztbehandlung im Krankenhaus.

Beitragsstruktur bei der gesetzlichen Krankenversicherung

Anders als bei der privaten Krankenversicherung handeln die Versicherten bei der GKV die Beiträge nicht individuell aus. Für die Beitragsermittlung wird das Bruttoeinkommen zugrunde gelegt. Derzeit liegt der Beitragssatz bei 14.6 Prozent vom Bruttoeinkommen. Die Hälfte davon zahlt der Arbeitgeber. Seit 2015 dürfen die gesetzlichen Krankenkassen von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag erheben und zahlreiche Kassen machen von diesen Recht Gebrauch. Rund vier Fünftel aller gesetzlich Versicherten zahlen in der Gegenwart einen Zusatzbeitrag. Die Höhe variiert von Kasse zu Kasse und liegt im Maximum bei rund 1,7 Prozent. Im Gegensatz zum klassischen Beitrag wird der Zusatzbeitrag nicht zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geteilt. Die Arbeitnehmer tragen die volle Last allein. Durch einen Wechsel zu einer anderen gesetzlichen Krankenversicherung können Versicherungsnehmer dieser finanziellen Zusatzbelastung entgehen. Nachteile entstehen den Versicherten durch diesen Schritt nicht.

Krankenversicherung ohne Arbeit

Die gesetzliche Pflicht zum Abschluss eine Krankenversicherung betrifft jeden Bürger, unabhängig von der Höhe des Einkommens. Bei Beziehern des Arbeitslosengeldes II (Hartz IV) übernimmt die Agentur für Arbeit die Zahlung der Beiträge. Wer kein Einkommen erzielt und nicht als Arbeitssuchender gemeldet ist, fällt in die medizinische Grundversorgung. Voraussetzung dafür ist, dass der Krankenkasse dies mitgeteilt wird. Können die Betroffenen aus finanziellen Gründen keine Beiträge zahlen, werden diese gestundet und als Zahlungsrückstand gewertet. Die gesetzlichen Krankenversicherungen unterstellen in diesem Fall ein fiktives Einkommen, das nach Ansicht der Sachbearbeiter theoretisch erzielt werden könnte. Auf Grundlage dieser Schätzung erfolgt die Ermittlung der Beitragshöhe. Siehe auch Krankenversicherung ohne Arbeit.

Mindestbeitrag für die Krankenkasse

Jeder Bundesbürger ist gesetzlich zum Abschluss einer Krankenversicherung verpflichtet. Es gibt einen Mindestbeitrag für die Krankenkasse. Arbeiter und Angestellte, deren Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet, müssen sich bei der GKV versichern. Selbstständige und Freiberufler können sich privat versichern, wenn das monatliche Einkommen über 450 Euro liegt, oder freiwillig einer Gesetzlichen Krankenkasse beitreten. Einen Mindestbeitrag verlangen ausschließlich die Gesetzlichen Krankenkassen, da die Beitragshöhe einkommensabhängig ist. Bei der Privaten Krankenversicherung werden keine Mindestbeiträge erhoben. Auf die Höhe der monatlichen Versicherungsprämie nehmen die Versicherten selbst Einfluss durch die Auswahl oder den Verzicht auf bestimmte Leistungen.

Mindestbeitrag für Selbstständige bei der Gesetzlichen Krankenkasse

Selbstständige und Freiberufler können sich freiwillig gesetzlich versichern. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach dem Einkommen jedes Versicherten. Aktuell liegt der Beitragssatz bei 14 %. Bei einer Versicherung inklusive Anspruch auf die Zahlung von Krankengeld ab der 7. Woche liegt der Satz bei 14,6 %. Neu ab 2015 ist die Tatsache, dass jede GKV einen Zusatzbeitragssatz nach eigenem Ermessen erheben darf. Hinzu kommt ein Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung, der für Selbstständige derzeit bei 2,35 % liegt. Für hauptberuflich Selbstständige gibt es bei der Gesetzlichen Krankenkasse einen monatlichen Mindestbeitrag, der von Kasse zu Kasse variiert. In der Regel liegt der Betrag zwischen 300-330 Euro im Monat. Als Berechnungsgrundlage dient ein fiktives Einkommen, von dem die GKV ausgeht. Sonderregelungen gelten bei einigen Krankenkassen für Gründer und bei sozialen Härtefällen. In diesem Fall reduziert sich der Mindestbeitrag um bis zu 100 Euro. Zur Berechnung des Kassenbeitrages müssen Selbstständige und Freiberufler den letzten Einkommenssteuerbescheid der zuständigen Finanzbehörde vorlegen.

Für wen kommt die freiwillige GKV infrage?

Grundsätzlich muss niemand die Gesetzliche Krankenversicherung verlassen. Selbst Freiberufler mit einem hohen Einkommen können freiwillig der GKV beitreten. Folgende Personengruppen können sich freiwillig gesetzlich versichern, wenn sie bereits Mitglied bei der GKV waren:

  • Arbeitnehmer, deren Jahresbruttoeinkommen oberhalb von 56.250 Euro liegt
  • Beamte
  • Selbstständige und Freiberufler in hauptberuflicher Tätigkeit
  • Studenten, die aus der Studentischen Krankenversicherung ausscheiden
  • Rentner, die die Voraussetzungen für die Aufnahme in die Krankenversicherung für Rentner nicht erfüllen
  • Kinder, die nicht über die Familienversicherung versichert sind
  • Personen, deren Mitgliedschaft in der kostenlosen Familienversicherung erlischt

Mindestbeitrag Krankenkasse ohne Einkommen

Personen, die kein eigenes Einkommen erzielen, sind ebenfalls verpflichtet, einer Gesetzlichen oder Privaten Krankenkasse beizutreten. Wer staatliche Leistungen im Form von ALG II (Hartz 4) erhält, muss für die Beiträge nicht selbst aufkommen. In diesem Fall übernimmt die Agentur für Arbeit die Zahlung der monatlichen Prämie. Personen, die keiner selbstständigen oder sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, sind dennoch verpflichtet, einer Krankenkasse beizutreten. Können die Betroffenen kein Einkommen nachweisen, unterstellen die Kassen ein fiktives Einkommen, das als Berechnungsgrundlage herangezogen wird. Dieser Wert wird jährlich angepasst und liegt derzeit bei rund 950 Euro. Daraus ergibt sich ein monatlicher Mindestbeitrag in einer Höhe zwischen 135 und 150 Euro. Der Beitrag für die Pflegeversicherung kommt noch hinzu.

Mindestbeitrag für Studenten

Studenten gehören zu einer Berufsgruppe, die in der Regel kein eigenes Einkommen erzielt. Sofern die Studierenden nicht über die Familienversicherung der Eltern versichert sind, können sie zwischen der GKV, der PKV und der Studentischen Krankenversicherung wählen. Die Studentische Krankenversicherung kommt nur für Studenten infrage, die das 25. Lebensjahr vollendet haben oder ein regelmäßiges Einkommen durch Nebenjobs erzielen. Der monatliche Mindestbeitrag liegt derzeit inklusive Pflegeversicherung bei rund 80 Euro. In der Gesetzlichen Krankenversicherung werden Studenten wie Versicherte ohne eigenes Einkommen behandelt. Sie müssen einen Mindestbeitrag in Höhe von 135-150 Euro entrichten. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt auch in diesem Fall bei rund 950 Euro. Ein Abschlag wird für eine Übergangsphase von sechs Monaten gewährt, falls ein Wechsel von der Studentischen Krankenversicherung zur GKV erfolgt ist.

Private Krankenzusatzversicherung abschließen

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen werden seit Jahren kontinuierlich eingeschränkt. Zuzahlungen für Medikamente, steigende Beiträge und Anpassungen der Selbstbeteiligung beim Arztbesuch belasten das Budget zahlreicher gesetzlich Versicherter. Die Versorgungslücke wird aus diesem Grund Jahr für Jahr größer.

Die Lücke können Sie mit einer privaten Krankenzusatzversicherung schließen, die für unterschiedliche Bereiche angeboten wird und zahlreiche Leistungen abdeckt. Welche Art der Zusatzversicherung für Sie infrage kommt, hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen ab. Es gibt Zusatzversicherungen für Zahnersatz, für Brillen, für den Krankenhausaufenthalt und für naturheilkundliche Behandlungsmethoden. Wir stellen Ihnen die wichtigsten privaten Krankenzusatzversicherungen vor.

Zahnzusatzversicherung

Die Kosten für Zahnersatz steigen von Jahr zu Jahr und die gesetzlichen Krankenkassen fahren die Leistungen permanent zurück. Erstattet wird in der Gegenwart nur noch ein Festzuschuss mit einem Bonus von höchstens 30 %. Diese Erstattung reicht gerade einmal für die Versorgung mit Standardmaterialien aus. Mit einer privaten Zahnzusatzversicherung gehen Sie im Ernstfall hohen Kosten für den Eigenanteil aus dem Weg. Bis zu 100 % Kostenübernahme für den Zahnersatz bieten einige Versicherer an. Bei Implantaten und Inlays werden die Kosten nach einer bestimmten Staffelung übernommen.

Krankenhauszusatzversicherung

Ein Krankenhausaufenthalt lässt sich manchmal nicht vermeiden, wenn eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt. Mit einer privaten Krankenhauszusatzversicherung sind Sie in der Klinik auf der sicheren Seite und genießen je nach gewähltem Leistungsspektrum eine Behandlung wie ein Privatpatient. Wahlweise können Sie sich für eine Chefarztbehandlung und für die Unterbringung in einem Einbettzimmer entscheiden. Die meisten Versicherer bieten mehrere Tarifoptionen an, die sich hinsichtlich der Leistungen und der Versicherungsprämie unterscheiden.

Ambulante Zusatzversicherung

Mit einer privaten ambulanten Zusatzversicherung werden Sie beim Arzt wie ein Privatpatient behandelt. Der Versicherungsschutz erstreckt sich bei den meisten Versicherern auf die Behandlung beim Heilpraktiker, auf den Kauf von Sehhilfen oder Hörgeräte sowie auf die Zuzahlung für Medikamente und Arzneimittel. Die ambulante Zusatzversicherung können Sie mit oder ohne Selbstbeteiligung abschließen. Mit Selbstbeteiligung springt Ihnen die private Zusatzversicherung erst dann finanziell zur Seite, wenn die Kosten den Selbstbehalt überschreiten. In Abhängigkeit vom Leistungspaket sind Impfungen vor Auslandsreisen, die Behandlung im Ausland und Zahnersatz in der ambulanten Zusatzversicherung eingeschlossen.

Krankentagegeldversicherung

Eine langwierige Krankheit ist nicht selten mit einem Verdienstausfall verbunden. Sobald der festgelegte Zeitraum zur Lohnfortzahlung überschritten ist, erhalten Sie nur noch einen Bruchteil des monatlichen Einkommens ausgezahlt. Um dieser finanziellen Mehrbelastung aus dem Wege zu gehen, lohnt sich der Abschluss einer Krankentagegeldversicherung. Wie bei den meisten anderen privaten Krankenzusatzversicherungen stehen Ihnen auch bei dieser Form der Absicherung mehrere Optionen zur Auswahl. Bei einigen Versicherern können Sie die Höhe des täglichen Krankentagegeldes selbst festlegen. In Abhängigkeit vom gewünschten Tarif wird die monatliche Versicherungsprämie entsprechend angepasst.

Krankenzusatzversicherung für Hörgeräte

Die Krankenzusatzversicherung für Hörgeräte schützt die Versicherungsnehmer vor den Kosten, die durch die Anschaffung kostspieliger Geräte bei einem Nachlassen oder Verlust des Gehörs entstehen. Die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen Hörgeräte mit einem Sockelbetrag, der nur einen Bruchteil der Kosten abdeckt. Diese ambulante Zusatzversicherung wird ausschließlich in Kombination mit anderen Hilfsmittelversicherungen angeboten. Im Paket enthalten sind häufig eine Krankenzusatzversicherung für Sehhilfen wie Brillen und Kontaktlinsen sowie für orthopädische Hilfsmittel. Der Grund für die Paketlösung liegt in der Kostenstreuung. Günstige Beiträge können die privaten Krankenkassen nur anbieten, wenn das Kostenrisiko auf mehrere Bereiche verteilt wird.

Krankenzusatzversicherung für Medikamente

Gesetzlich Versicherte müssen für Medikamente feststehende Zuzahlungen leisten. Insbesondere Personen mit chronischen Erkrankungen, die dauerhaft auf die Einnahme bestimmter Arzneimittel angewiesen sind, sehen sich mit hohen Kosten konfrontiert. Gleiches gilt für gesetzlich Versicherte, die nach einer schwerwiegenden Erkrankung noch über einen langen Zeitraum Medikamente einnehmen müssen. Mit einer Krankenzusatzversicherung für Medikamente umgehen Sie diesen Kostenfaktor, denn die Versicherung übernimmt den Eigenanteil in einer Höhe von bis zu 100 %. Diese ambulante Zusatzversicherung wird in der Regel als Paketlösung angeboten. Im Versicherungsschutz enthalten ist häufig die 100-prozentige Erstattung von Eigenmitteln für Bäder, Massagen und Heilmittel sowie anteilig für Zahnersatz, Sehhilfen und Heilpraktikerbehandlungen.

Krankenzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen

Der Abschluss einer Krankenzusatzversicherung setzt das Ausfüllen eines Fragebogens voraus, auf dem wahrheitsgemäße Angaben zum aktuellen Gesundheitszustand und zu Vorerkrankungen gemacht werden müssen. Wer keine Gesundheitsprüfung über sich ergehen lassen will, muss entweder höhere Beiträge in Kauf nehmen oder der Versicherer lehnt den Antrag ab. Nur wenige Leistungen werden durch eine Krankenzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen abgedeckt. Dazu gehören eine Krankenhaustagegeldversicherung, eine Krankenhausversicherung, die sich auf die Unterbringung im Einbettzimmer bezieht und eine Pflegetagegeldversicherung. Einige Anbieter haben auch eine Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen im Portfolio, die eine anteilige Erstattung der Kosten für Zahnersatz, Inlays und Implantate einschließt.

Zahnvorsorgeversicherung

Nicht nur beim Zahnersatz, auch bei der Zahnbehandlung reichen die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel nicht aus, um die Kosten in voller Höhe abzudecken. Aus diesem Grund ist eine private Zahnvorsorgeversicherung eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Die meisten Anbieter erstatten einen festen jährlichen Betrag für die Zahnprophylaxe, der eine Zahnsteinentfernung und eine professionelle Zahnreinigung einschließt. Darüber hinaus werden die Kosten für bestimmte Füllungen übernommen, nachdem die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse angerechnet wurden.

PKV vor dem Ende?

Regelmäßig fordert die Bundestagsfraktion Die Linke die Abschaffung der privaten Krankenversicherung in Deutschland. Im Februar 2015 unternahm die Partei den jüngsten Vorstoß in diese Richtung mit dem Einbringen eines Antrags zur Abschaffung der PKV. Kritisiert wurde die ungleiche Versorgung der Versicherten durch die Existenz zweier Versicherungssysteme. Tatsächlich müssen Privatversicherte in der Regel nicht so lang auf einen Termin beim Facharzt warten und profitieren darüber hinaus von einem höheren Leistungsumfang. Nach Vorstellungen der Fraktion Die Linke sollten sich die privaten Krankenkassen auf das Anbieten von Zusatzversicherungen beschränken, mit denen jeder Verbraucher das persönliche Leistungsspektrum individuell anpassen könne. Am 3. Juli 2015 entschied der Bundestag mit den Stimmen der Großen Koalition, dass der Antrag zur Abschaffung der PKV abgelehnt wird. Damit ist die Existenz der privaten Krankenversicherungen mindestens bis zur nächsten Bundestagswahl im Jahr 2017 gesichert.

Unterschiede zwischen PKV und gesetzlichen Krankenkassen

Private und gesetzliche Krankenkassen unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich des angebotenen Leistungsspektrums. Ein wesentlicher Unterschied besteht in der Art der Beitragsermittlung. Bei der PKV entscheiden das Alter des Versicherten und der Gesundheitszustand über die Höhe der Prämie, während die Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse an das jeweilige Einkommen gekoppelt sind. Aus diesem Grund sehen sich Privatversicherte im Alter häufig mit steigenden Beiträgen konfrontiert. Um die Beitragssteigerungen auf einem moderaten Niveau zu halten, sind die privaten Krankenkassen verpflichtet, Altersrückstellungen für ihre Kunden zu bilden, die die finanzielle Belastung abfedern sollen. Anders als in der GKV sind in der privaten Krankenversicherung Kinder und der nicht berufstätige Ehepartner nicht automatisch mitversichert.

Mindestbeitrag für Selbstständige bei der GKV

Freiberufler und Selbstständige haben die Wahl zwischen einer privaten Krankenvollversicherung und dem freiwilligen Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung. Insbesondere für Jungunternehmer und Existenzgründer bringt der Verbleib in der GKV mehr Nachteile als Vorteile. Die gesetzlichen Krankenkassen unterstellen jedem freiwillig versicherten Selbstständigen Bruttoeinnahmen, die oberhalb der Bemessungsgrenze liegen. Damit werden Freiberufler und Selbstständige automatisch in die höchste Beitragsklasse eingestuft. Frühestens nach Ablauf eines Jahres, wenn anhand des Steuerbescheids das tatsächliche Einkommen nachgewiesen werden kann, ändert sich der Beitragssatz auf Antrag. In der PKV gibt es hingegen keinen Mindestbeitrag für Selbstständige mit geringem Einkommen. Jeder Versicherte beeinflusst durch die Auswahl eines bestimmten Leistungspaketes selbst die Höhe der monatlichen Prämie. Einsparpozenzial ergibt sich beispielsweise durch den Verzicht auf die Chefarztbehandlung oder durch den Verzicht auf ein Einzelzimmer, falls ein Klinikaufenthalt erforderlich sein sollte.