Krankenversicherung für Studenten

Studenten erzielen während der Studienzeit in der Regel kein eigenes Einkommen. Da für alle Bürger seit dem Jahr 2009 eine Pflicht zur Krankenversicherung besteht, müssen sich auch Studierende mit dieser Thematik auseinandersetzten. Generell wird bei der Immatrikulation der Nachweis über eine bestehende Krankenversicherung verlangt. Ohne Versicherungsschutz erteilt die Universität oder Fachhochschule keine Zulassung zum regulären Studienbetrieb.

Versichert über die Familienversicherung

Mehrheitlich sind Studenten über die Familienversicherung versichert. Sofern die Eltern bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, sind Studenten bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres kostenlos mitversichert. Allerdings gilt diese Regelung nur, wenn neben dem Studium keine hohen Einkünfte durch Nebenjobs erzielt werden. Studenten dürfen maximal 405 Euro im Monat hinzuverdienen, um weiterhin kostenlosen Versicherungsschutz in der Familienversicherung genießen zu können. Trotzdem muss niemand einen lukrativen Ferienjob in den Semesterferien ausschlagen. Der für die befristete Tätigkeit gezahlte Lohn wird nicht wie ein regelmäßiges Einkommen behandelt. Grundsätzlich sollten sich Studenten vor der Aufnahme der Tätigkeit bei der Krankenversicherung der Eltern informieren.

Kostengünstig versichert in der Studentischen Krankenversicherung

Studenten, die das 25. Lebensjahr überschritten haben oder mehr Geld mit Nebenjobs verdienen, haben die Möglichkeit, in die Studentische Krankenversicherung zu wechseln. Der monatliche Grundbeitrag für diese Krankenversicherung liegt derzeit bei rund 61 Euro und ist damit deutlich günstiger, als der Monatsbeitrag in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung. Hinzu kommen die Beitragsprämie für die Pflegeversicherung und der Zusatzbeitrag, den jede Kasse individuell festlegt. Insgesamt schlägt die Studentische Krankenversicherung mit etwa 80 Euro monatlich zu Buche.

GKV für Langzeitstudenten

Das Höchstalter für die Mitgliedschaft in der Studentischen Krankenversicherung liegt bei 30 Jahren. Langzeitstudenten, die diese Obergrenze überschritten haben, müssen ab diesem Zeitpunkt in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Das Gleiche gilt für Studenten, die das 14. Fachsemester beendet haben, auch wenn die Altershöchstgrenze noch nicht erreicht ist. In der GKV sind der Mindestbeitrag in Höhe von rund 132 Euro für die Krankenversicherung plus Beiträge für die gesetzliche Pflegeversicherung und Zusatzbeiträge zu entrichten. Nur in der sechsmonatigen Übergangsphase wird Studenten ein Beitragsabschlag gewährt, der zu einer ermäßigten Prämie in Höhe von knapp 97 Euro führt. Als Beitragsbemessungsgrenze gilt ein Betrag von 945 Euro. Übersteigt das Einkommen der Studierenden diesen Betrag, werden höhere Beiträge fällig.

PKV für Studenten mit Risiko

Kinder von Beamten können sich von der Versicherungspflicht für Studenten befreien lassen und in die private Krankenkasse wechseln. Möglich ist dieser Schritt, weil Beamte und ihre Kinder automatisch privat versichert sein müssen. Dessen ungeachtet sollte die Entscheidung wohl überlegt werden, denn der Leistungsumfang der Studentischen Krankenversicherung, der gesetzlichen Krankenversicherung und der PKV gleicht sich bei Studenten. Wer sich dennoch privat versichert, muss den Mehraufwand für die Bürokratie berücksichtigen, den das Sammeln und Einreichen von Arztrechnungen und Rezepten mit sich bringt. Da die privaten Krankenversicherungen nicht die Kosten für eine langfristige Psychotherapie übernehmen, sind gesetzlich versicherte Studenten sogar im Vorteil. Mit zunehmendem Leistungsdruck häuften sich psychische und psychosomatische Erkrankungen bei Studierenden in der jüngsten Vergangenheit. Ein weiterer Nachteil der PKV für Studenten bezieht sich auf die Laufzeit. Unter Umständen ist es erst möglich in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln, wenn der erste Festanstellungsvertrag unterzeichnet wurde. Wird der Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, ist ein Wechsel nicht mehr problemlos möglich.

Krankenversicherung ohne Einkommen

In Deutschland besteht eine generelle Pflicht zum Abschluss einer Krankenversicherung. Angestellte bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze müssen sich gesetzlich versichern.

Wer staatliche Unterstützung in Form von Arbeitslosengeld I oder Hartz 4 bezieht, erhält die Beiträge vom Arbeitsamt gezahlt.

Freiberufler und Selbstständige müssen sich privat versichern, wenn das Einkommen 450 Euro im Monat überschreitet. Bei niedrigerem Einkommen können sie sich über die Familienversicherung absichern, sofern sie verheiratet sind. Diese Berufsgruppen können sich auch freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichern, wobei die Krankenkassen von einem hohen monatlichen Grundeinkommen ausgehen und die Beiträge entsprechend hoch sind. Zur exakten Ermittlung der Beiträge muss ein Nachweis über das erzielte Einkommen erbracht werden.

Private Krankenversicherung für Studenten ohne Einkommen

krankenversicherungWenn man sich als Student voll aufs Studium konzentrieren will gibt es in vielen Fällen kein Einkommen. Eine private Krankenversicherung kann dann für jüngere Leute eine gute Möglichkeit sein um sich billiger abzusichern als mit einer gesetzliche Krankenkasse. Bei CHECK24 gibt es einen praktischen PKV Vergleichsrechner für Studenten.

Mehr Informationen in unserem Artikel Krankenversicherung für Studenten.

Gesetzliche Krankenversicherung ohne Einkommen

Personen, die über kein Einkommen verfügen, keine staatlichen Leistungen beziehen und nicht über die Familienversicherung sozial abgesichert sind, haben ebenfalls die Möglichkeit, Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse zu werden. Voraussetzung ist, dass bereits eine Mitgliedschaft vorlag und diese nicht länger als drei Monate zurückliegt. Auch Personen ohne Einkommen müssen selbstverständlich Versicherungsbeiträge zahlen. Kann kein Einkommen nachgewiesen werden, unterstellen die Krankenkassen ein fiktives Einkommen, das als Basis für die Beitragsermittlung dient. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Beiträge aus dem vorhandenen Vermögen gezahlt werden.

Freiwillige Krankenversicherung ohne Einkommen

Zur Gewährleistung des Versicherungsschutzes ist es zwingend erforderlich, dass die monatlichen Beiträge an die freiwillige Krankenversicherung abgeführt werden. Können die Beiträge nicht aus dem vorhandenen Vermögen gezahlt werden und steht kein Einkommen zur Verfügung besteht eine Mitteilungspflicht an die Krankenkasse. Nicht gezahlte Versicherungsbeiträge werden als Zahlungsrückstand gewertet und im Ernstfall kann die Krankenkasse Leistungen verweigern. Wer nicht in der Lage ist, den monatlichen Beitrag aufzubringen, sollte sich mit dem Arbeitsamt in Verbindung setzen und staatliche Leistungen in Form von ALG II beantragen. In diesem Fall übernimmt das Arbeitsamt die Kosten für die freiwillige Krankenkasse.

Leistungen der Krankenversicherung

Krankenkasse abschließenWer ohne Einkommen freiwillig krankenversichert ist, hat Anspruch auf die Regelleistungen, wie sie allen Pflichtversicherten zustehen. Allerdings haben Personen ohne Einkommen, die lediglich mit einem Mindesteinkommen versichert sind, keinen Anspruch auf Krankengeld. Im Leistungsumfang enthalten sind Arztbesuche und Behandlungstermine, die von der gesetzlichen Krankenversicherung (Wikipedia) zu 100 Prozent übernommen werden. Versicherte müssen bis auf den Verzicht auf das Krankengeld keine Einschränkungen bezüglich des Leistungsumfanges in Kauf nehmen. Voraussetzung dafür ist allerdings die regelmäßige Zahlung des monatlichen Versicherungsbeitrages.

Mindestbeitrag Krankenversicherung ohne Einkommen

Das fiktive Mindesteinkommen, das die Krankenkassen bei Personen ohne Einkommen als Berechnungsgrundlage annehmen, wird alljährlich angepasst und liegt derzeit bei 921,67 Euro. Da bei den gesetzlichen Krankenkassen, anders als bei den privaten Versicherern, das Einkommen als Bewertungsgrundlage dient, ergibt sich daraus ein monatlicher Mindestbeitrag in Höhe von 137,33 Euro. Hinzu kommt der Beitrag für die Pflegeversicherung in Höhe von 18,89 Euro. Für Kinderlose ab einem Alter von 23 Jahren erhöht sich der Beitrag zur Pflegeversicherung auf 21,20 Euro. Leistungseinschränkungen fallen für die Versicherten bis auf den Wegfall des Krankengeldes nicht an.

Alternative Möglichkeit: Abmelden und Auswandern

Im Verglich zu andere EU Länder ist die Krankenversicherung in Deutschland relativ teuer. Zum Beispiel in Holland zahlt man üblicherweise nicht viel mehr als 100 Euro im Monat. Und wenn man gar kein Einkommen hat bekommt man die Krankenversicherung ganz erstattet. In Frankreich und England ist die Basiskrankenversicherung ganz umsonst. Also auswandern ist sicherlich eine interessante Möglichkeit.

So bald man sich abgemeldet hat gibt es keine Versicherungspflicht mehr in Deutschland. Um sich für Krankheiten und Unfälle zu schützen kann man dann eine private Krankenreiseversicherung abschließen. In der Regel kostet diese wesentlich weniger als 100 Euro im Monat. Für junge gesunde Leute etwa €50 oder €60.